Ein TV-Team des ZDF war im Oktober bei uns und hat einige Aufnahmen gemacht.
Hier der Link zum Video über unser Passivhaus. Der Beitrag läuft im Rahmen der ZDF-Infokanal-Sendung "Wirtschaftswunder"
Minute 2:10 bis 3:40
@ 14.11.2010 – 19:56:06
Ein TV-Team des ZDF war im Oktober bei uns und hat einige Aufnahmen gemacht.
Hier der Link zum Video über unser Passivhaus. Der Beitrag läuft im Rahmen der ZDF-Infokanal-Sendung "Wirtschaftswunder"
Minute 2:10 bis 3:40
@ 23.12.2008 – 20:44:02
Die FAZ veröffentlichte in Ihrer Ausgabe vom 21.12.2008 eine kritische Analyse des Passivhausbaus unter Einbeziehung von Nutzererfahrungen. Die Verfasserin schreibt mit Recht, dass die Passivhaus-Nutzer anspruchsvoller geworden sind. Die Branche hat sich durch ihre Lockungen und Versprechungen dieses Klientel selbst herangezogen. Im Schlusssatz gibt einer der Anbieter zu, dass man aufpassen muss, dass "man den Leuten nicht die eierlegende Wollmilchsau verkauft".
Ich habe mich immer schon gewundert, wie wenig öffentliche Kritik diese Branche einstecken muss. Anscheinend sind Passivhäuser Wunderhäuser, die das Leben per se aufwerten und so nebenbei die Welt von der CO2-Plage befreien. Die erste Generation der Passivhaus-Nutzer hat sich vor den Architekten und selbsternannten Passivhaus-Päpsten zum Teil tief verneigt. Sie hat sich von Preisen, die von Architekten in Wettbewerben gewonnen wurden, blenden lassen. Aber diese Zeit scheint sich dem Ende zuzuneigen. Die Zeit der "Early Adopters" - das sind diejenigen, die die Nachteile einer Neuheit widerstandslos schlucken, weil sie das neue Spielzeug unbedingt besitzen wollen - ist für die Passivhausbranche passé. Je stärker sich die Idee des Passivhauses verbreitert, desto mehr übernimmt das hinterfragende Publikum das Regiment. Dieses Klientel ist nicht mehr bereit, die Schwächen in der Planung und Bauausführung sowie dauerhafte Einschränkungen im Wohnkomfort widerstandslos hinzunehmen. Die Pioniere der Branche stehen dieser Welle recht hilflos gegenüber, waren sie es doch gewohnt, allein durch ihre Autorität jegliche Kritik von vorherein abwürgen zu könnnen.
Als wir unser Passivhaus (das erste in Oberursel/Ts.) im Jahr 2006 bauten, fühlten wir uns noch als Pioniere. Wir waren bereit, uns auf dieses "Abenteuer" einzulassen. Wir sind uns sicher, dass wir mit dem heutigen Wissen einiges anders gemacht hätten. Als Beispiel für das in der Branche weiterhin verbreitete autoritäre Gehabe, das den Nutzer lediglich zum Nutzer, nicht aber zum partnerschaftlichen Lieferanten wertvoller Erfahrungswerte bestimmt, möchte ich den folgenden Vorgang schildern.
Bei uns wurde eine Lüftungsanlage incl. Zu- und Abluftsystem installiert, über die gleichzeitig die Raumluft erhitzt wird. Über ein so genanntes "Raumbedien-gerät" können wir die Raumtemperatur einstellen. In der Ausführungsplanung - durchgeführt durch den Hersteller der Lüftungsanlage in Kombination mit dem Architekten - wurde das Raumbediengerät an einer Außenwand (innen) und nahe einem Fenster geplant. Der Installateur der Lüftungsanlage setzte das Gerät dann auch prompt neben einem Fenster an die Außenwand. Im Winter kommt es dadurch zu deutlichen Temperaturdiskrepanzen. An normal kalten Tagen (bedeckt, Außentemperatur um Null bis -5 Grad) signalisiert der Temperaturfühler der Lüftungsanlage eine um etwa zwei Grad zu kalte Innentemperatur. Die Lüftungsanlage bullert hoch und heizt das Haus völlig überflüssigerweise mit Hilfe der direktelektrischen Zusatzheizung (PTC-Element) permanent auf. Eine direktelektrische Heizung ist so ziemlich die umweltschädlichste und teuerste Heizart. Noch anders ist es an eiskalten Tagen (Temperatur im Bereich von -5 bis -15 Grad) wie in der ersten Januar-Hälfte. Der Temperaturfühler an der Außenwand (innen) zeigt 16 Grad. Wenn während solcher Tage aus dem Urlaub zurückkommt und das Thermostat wieder auf Normaltemperatur dreht, dauert es Tage, bis das Haus wieder warm ist. Die Innentemperatur schafft es zunächst nur auf Werte zwischen 18,5 und 19,5 Grad. Nachfolgend zeigen wir den Verlauf der Innentemperatur in unserem Haus (erste Januar-Hälfte 2009). Die Außentemperaturen bewegten sich zum Großteil im Bereich von -5 bis -15 Grad.

Fazit: Wir haben gelernt: Das Thermostat wird im Winter auch in Abwesenheit nicht zurückgedreht. Außerdem müssen die Planer darauf achten, eine schattige Innenwand als Ort für den Temperaturfühler vorzusehen. Auf Nachfrage wird dann vom Planer geantwortet, dass man ja das Anbringen des Temperaturfühlers an der Innenwand empfehle. Aber warum hat der gleiche Planer dies vor zwei Jahren in der Ausführungsplanung nicht berücksichtigt? (Anmerkung März 2010: Das Thermostat wurde versetzt, das Problem des Temperaturfühlers ist behoben.)
Der zweite Punkt betrifft die sogenannte Überströmung. Bei uns haben die Planer im oberen Geschoss lediglich eine Zuluft eingeplant, obwohl dort zwei getrennte Zimmer existieren. In allen anderen Geschossen gibt es pro Zimmer (außer Bädern) eine Zuluft. In dem Zimmer ohne Zuluft ist es zu kalt (im Winter frühmorgens etwa 17,5 Grad; im Extremwinter wie Anfang bis Mitte Januar etwa 16,5 Grad, tagsüber steigt die Temperatur im Extremwinter nicht über 17,5 Grad). Die Überströmung funktioniert nicht. Auch hier gibt es nur ausweichende Antworten. Der Fehler ist selbstverständlich nicht auf Seiten des Lüftungsanlagenbauers gemacht worden, sondern wird auf andere am Bau Beteiligte geschoben. Wahrscheinlich sind wir als Bauherrn noch Schuld, weil wir angeblich Wesen und Weltanschauung eines Passivhauses nicht verstanden haben.
(Anmerkung März 2010: Es wurde eine zusätzliche Zuluft eingebaut, dieses Problem ist ebenfalls gelöst).
Die Zeiten, in denen sich Passivhauskunden alles gefallen lassen, sind endgültig vorbei. Es wäre gut, wenn Passivhausbauer und Komponentenlieferanten von Passivhäusern sowie die Architekten, die sich mit dem Passivhausbau befassen, dies zur Kenntnis nehmen würden. Dann würde ein ehrlicherer Umgang mit dem Kunden erfolgen. Das ist aus meiner Sicht der einzig gangbare Weg, den die Branche jetzt gehen kann und gehen muss. Kommentare und das Schildern eigener Erfahrungen sind erwünscht.
Robert Rethfeld
Wirtschaftsjournalist (DJV)
@ 15.09.2007 – 07:16:14
Das Thema Verschattung ist eine Frage der persönlichen Toleranzgrenzen sowie der Ausrichtung. Durch unsere Lage in einem Denkmalgeschützten Bereich kamen Außenjalousien nicht in Frage. Wir haben variable Innengardinen angebracht, die bei Bedarf die direkte Sonneneinstrahlung verhindern, nicht jedoch das Aufwärmen der Fensterscheiben.
In diesem Jahr wurden nur wenige Tage oberhalb von 30 Grad Außentemperatur gezählt. An jenen heißen Tagen stieg die Innenraumtemperatur auf max. 27 Grad in den südlich ausgerichteten Räumen unseres Hauses an. In den nördlichen Räumen war es etwas weniger (25 bis 26 Grad). Wir wissen noch nicht, wie sich unser Haus in längeren Hitzeperioden verhält. Für uns sind diese Temperaturen tragbar.
Wir haben zwei Vorteile: Einerseits ist nicht die Längsseite, sondern die kürzere Querseite zur Sonne ausgerichtet (Trotzdem funktioniert das Passivhaus im Winter). Andererseits wird unserer Zuluft ab einer Temperatur von 22,5 Grad kühle Erdreichluft beigemischt. Der Kühlungs-Effekt soll zwar nicht mehr als ein bis zwei Grad betragen. Die Tatsache jedoch, dass kühle Luft in das Haus strömt, ist unserer Ansicht nach deutlich zu spüren. Das Passivhaus entspricht im Sommer einem ganz normalen Haus. Also nachts und morgens gut durchlüften und die Fenster so öffnen, dass die erhitzte Luft aus den sonnendurchfluteten Räumen in die schattige Räume abfliessen und dort austreten kann(Querlüftung).
Tip: Außenjalousien werden mit der Zeit unansehnlich, da sie stark verschmutzen. Besser sind Markisen, die Sie bei Bedarf ausfahren können.
@ 04.09.2007 – 19:41:44
Stromverbrauch: Wir haben jetzt annähernd die Erfahrung eines ganzen Jahres(Einzugstermin November 2006) Wir werden auf einen Gesamtstromverbrauch von etwa 7.000 kwh kommen. Abhängig vom Versorger in Deutschland bedeutet dies einen Preis von 1.100 bis 1.300 Euro pro Jahr. Das mag sich etwas erhöht anhören, aber es kommt hinzu, dass ich von daheim aus arbeite und die übliche Büroausstattung zusätzlichen Strom verbraucht, den ein normaler Haushalt nicht hat. Der Durchschnitts-Stromverbrauch für einen 4-Personen-Haushalt liegt irgendwo zwischen 4.000 und 4.500 kwh, mit dem Büro würde ich sagen verbrauchen wir mindestens 4.500 kwh. Bleibt für die Lüftungsanlage max. 2.500 kwh. Ich schätze mal, dass 50% davon in den Wintermonaten November, Dezember, Januar, Februar draufgehen. Insgesamt kommt man zu dem Ergebnis, dass die Lüftungsanlage (incl. Warmwasseraufbereitung) für etwa 400 bis 450 Euro/Jahr Strom zieht. Wir haben das grafisch aufgearbeitet.

November/Dezember geschätzte Werte
Das Haus verfügt über eine Wohnfläche von 176 qm. Das bedeutet, dass sich der Verbrauch bei 14,20 kwh pro qm bewegt. Man sagt ja, dass die Verbräuche noch etwas geringer werden, wenn die Bauzeit vorüber ist. Wir sind mit dem Verbrauch zufrieden.
Aber: Wenn man die tatsächlichen Mehrkosten für ein Passivhaus berücksichtigt, dann muss man eine gewisse Zeit darin wohnen, bevor sich die Investition rechnet. Auf der Plusseite stehen das gute Gewissen (geringer CO2-Verbrauch) und der zusätzliche Komfort. Wir werden demnächst eine Beispielrechnung (Mehrkosten gegenüber weniger Energieverbrauch) aufgrund unserer fast einjährigen Erfahrung mit unserem Passivhaus veröffentlichen.
Robert Rethfeld
@ 06.07.2007 – 11:53:21
Ab und an werden wir gefragt, wie sich denn die Temperatur im Haus im Vergleich zur Außentemperatur entwickelt. Nachfolgend zwei Temperaturverlaufs-Charts. Der erste zeigt die Außentemperatur und der zweite die Innentemperatur für den 5. bis 6. Juli 2007.


Man kann gut erkennen, dass die Innentemperatur auch bei für den Sommer niedrigen Aussentemperaturen recht konstant um die 23 Grad Celsius verharrt. Die Innentemperatur reagiert verzögert auf den Anstieg der Außentemperatur. Das spricht für die gute Isolierung des Hauses. Das Haus hat keine Probleme, die Innentemperatur auf hohem Niveau zu halten. Der zusätzliche Stromverbrauch für die Lüftungsanlage ist derzeit kaum merklich. Die Luftfeuchtigkeit beträgt im Haus derzeit konstant 50 Prozent.
@ 10.04.2007 – 10:34:25
Hier die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen bezüglich unseres Passivhauses:
Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit bei Euch?
Die Luftfeuchtigkeit betrug in unserem Haus im vergangenen Winter zwischen 30 und 40 Prozent. Das ist ok: In unserer vorhergehenden Wohnung mit normaler Heizung (Erdgas) betrug sie häufig nicht mehr als 25 Prozent. Im Sommer ist die Luftfeuchtigkeit durch die offen stehenden Fenster ganz normal (zwischen 40 und 60 Prozent).
Wie ist das Innenklima-Gefühl im Winter bei bedeckter Wetterlage?
Wenn es draußen um oder unter Null Grad und bewölkt oder nebelig ist, hat unsere Lüftungsanlage gut zu tun. In solchen Situationen erhält sie Unterstützung aus dem Erdreich. Die Soleflüssigkeit, die unser Erdreich in etwa drei Meter Tiefe durchfliesst, ist im Winter etwa 3 bis 5 Grad warm. Das reicht, um die kalte Außenluft so vorzuwärmen, dass unsere Lüftungsanlage die vorgewärmte Luft gut verarbeiten und auf Temperatur bringen kann. Zusätzlich ist in unserer Lüftungsanlage ein elektrisches Heizelement integriert, dass im Bedarfsfall anspringt und die Außenluft noch weiter erwärmt. Das Heizelement treibt die Stromkosten, sodass wir froh sind, wenn solche Wetterlagen nicht besonders häufig vorkommen.
An kalten Wintertagen, an denen die Sonne scheint oder es locker bewölkt ist, wird das Zusatz-Heizelement nicht benötigt.
Wie verhält es sich mit den Innenraum-Temperaturen bei sonnigem Frühlingswetter, aber noch kalten Nächten?
Die angenehme Überraschung für uns war, dass unser Passiv-Haus in solchen Wettersituationen nachts nicht auskühlt. Die Innen-Temperatur im Erdgeschoss befindet sich morgens beim Aufstehen ohne jegliches Heizen oberhalb von 21 Grad. Dort, wo keine Zuluft installiert wurde, ist es jedoch kalt.
Schafft die Lüftungsanlage einen Kühleffekt im Sommer?
Im Sommer lässt sich die kühle Temperatur des Erdreichs nutzen, um die Innen-Temperatur zu senken. Die angesaugte warme Außenluft (nehmen wir 25 Grad an) wird durch die "Vermischung" mit der Erdreich-Temperatur auf etwa 17 bis 18 Grad heruntergekühlt. Allerdings muss man darauf achten, dass man die Fenster verschattet, damit die Sonne den Innenraum nicht wieder aufheizt.
Was geschieht, wenn man die Haustür im Winter 15 Minuten offen stehen lässt?
Es passiert das gleiche wie im normalen Haus: Die kalte Luft strömt herein und die Innentemperatur fällt. Der Unterschied: Die Lüftungsanlage schafft es nicht so schnell wie eine normale Heizung, das Haus wieder auf Temperatur zu bringen. Im vergangenen Winter hatten wir häufig die Bauarbeiter im Haus und da stand die Tür schon mal länger auf. Normalerweise schliesst man im Winter auch in einem normalen Haus die Tür, um die Kälte nicht hinein zu lassen.
Wie ist das mit dem Schallschutz?
Vorbei fahrende Autos hört man bei geschlossenem Fenster so gut wie gar nicht. Selbst als direkt vor unserem Esszimmer Baggerarbeiten stattfanden, konnten wir uns bei Tisch normal unterhalten.
Sind Sie mit Ihrer Entscheidung, ein Passivhaus zu bauen, bisher zufrieden?
Durch die erhöhten Investitionen für die Dämmung, die Passivhaus-Fenster und die Lüftungsanlage "erkauft" man sich nicht nur eine erhebliche Reduzierung der Wohnnebenkosten, sondern erhöht den Wohlfühleffekt und damit die Lebensqualität im Haus selbst deutlich. Es zieht nicht, es tropft nicht, kein Schimmel, die Fenster-Innenflächen und die Wandflächen sind immer warm. Man hat keine Platz verschwendenen Heizkörper um sich herum (Fußbodenheizung ist ebenfalls überflüssig). Allerdings sind die schwankenden Temperaturen - je nach Außentemperatur und je nach Geschloss - ein Problem.
Würden Sie klimatechnisch noch mehr tun (Thermosolar, Photovoltaik, Geothermie)?
Unsere Lüftungsanlage bereitet das Warmwasser Sommers wie Winters derart sparsam auf, dass sich eine Investition in eine Thermosolar-Anlage für uns nicht lohnt. Geothermie ist ebenfalls viel zu aufwendig: Die Kosten würden sich aufgrund unseres aktuell bereits geringen Verbrauchs nie rechnen. Hingegen wäre die Photovoltaik interessant: Da unser Haus als externe Energiequelle ausschliesslich Strom verbraucht, könnte man die Energieversorgung durch die Installation einer Photovoltaik-Anlage (Solarzellen) auf dem Dach autonomer gestalten. Leider ist die kurze und nicht die lange Seite unseres Hauses nach Süden ausgerichtet, so dass wir hier noch überlegen, ob Solarzellen überhaupt für uns in Frage kommen. Doch eins nach dem anderen: Momentan beschäftigen uns andere Dinge (Garten anlegen etc.)
Weitere Fragen gern an uns (einfach einen Kommentar schreiben)
@ 05.04.2007 – 13:14:16
Einige Leser fragen - zurecht - nach einem Rückblick, der unsere bisherigen Erfahrungen im Passivhausbau abrundet.

Der Bau eines Hauses ist keine einfache Angelegenheit. Man benötigt vor allen Dingen kompetente Partner. Diese zu finden ist nicht leicht. Glücklicherweise wird man im Laufe der Planung und der Bauzeit mehr und mehr zum Experten, weil man aus negativen wie positiven Erfahrungen seine Lehren zieht.
Zu unseren negativen Erfahrungen gehörte die Erkenntnis, dass unser "Architekten"-Ehepaar C./T. die zeitlichen und preislichen Herausforderungen des Projekts unserer Meinung nach mit fortschreitender Zeitdauer immer weniger in den Griff bekamen. Zusätzlich stellte sich heraus, dass mindestens eine der beiden Personen den Titel "Architekt" unberechtigterweise trug. Wir verloren das Vertrauen und trennten uns im Frühjahr 2006 von ihnen. Sie können sich vorstellen, dass uns dieses Hickhack gerade in der Planungs-Phase erheblich belastete.
Aber dann ging es bergauf. Wir wurden selbst aktiv und fanden einen Generalunternehmer, mit dem wir einen Werkvertag abschlossen und ein Pauschalhonorar vereinbarten. Mit Hilfe unserer auf die harte Tour erworbenen Erfahrungen konnten wir - trotz Jahresendgeschäft und anziehender Baunachfrage - nach vier Monaten Bauzeit im November 2006 in unser Haus einziehen.
Wir waren natürlich gespannt, ob sich die Heiztechnik (Lüftungsanlage) in den Wintermonaten bewähren würde. Anfangs gab es Probleme, weil wir mit dem Umgang der Technik nicht vertraut waren (Filterwechsel etc.). Trotz steigender Stromkosten haben wir im Jahr 2007 nicht mehr 400 bis 450 Euro an Stromkosten für den Heiz- und Warmwasserbedarf ausgegeben.
Wir können nachts gut schlafen (auch ohne geöffnetes Fenster). Die Luft im Haus ist nicht zu trocken. Wir haben immer das Gefühl, frische Luft zu atmen. Auch wichtig: Es zieht nirgendwo im Haus. Den ganzen März über war die Wärmepumpe weitgehend ausgeschaltet, da das Passivhaus die Wärme hielt. Die Heizperiode besteht für uns im Kern nur aus Dezember, Januar und Februar.
Die Lehren:
- Bevor Sie einen Architekten beauftragen, prüfen Sie seine Qualifikation und seine Erfahrungen. Gerade im Passivhaus-Bau gibt es vieles zu beachten.
- Suchen Sie einen kompetenten Generalunternehmer, der Erfahrung im Passivhausbau hat.
- Selbst ist die Frau (oder der Mann). Mischen Sie sich so viel wie möglich ein, es ist Ihr Haus. Sie wollen darin leben, nicht der Architekt oder der Generalunternehmer.
- Treffen Sie Ihre Entscheidungen überlegt, aber dennoch rasch. Wenn es sein muss, ziehen Sie zur rechten Zeit die Notbremse.
- Ein solches Projekt kostet viel Kraft. Sie werden einige Zeit brauchen, um sich davon zu erholen.
Soviel dazu. Wir werden hier gelegentlich über weitere Erfahrungen berichten.
Judith und Robert Rethfeld
P.S. Wir hatten bisher mehr als 62.000 Seitenaufrufe zu verzeichnen. Die Zahl der Zugriffe ist weiter steigend, obwohl unser Bau bereits abgeschlossen wurde. Der Hunger nach Erfahrungswerten im Passivhaus-Bau nimmt offensichtlich stark zu. Wir hoffen, dass wir einige Leser ermutigen konnten und können, mit der Umsetzung eines eigenen Passivhaus-Projektes fortzufahren.
@ 03.12.2006 – 13:37:06
Am vergangenen Mittwoch sind wir pünktlich - und wie geplant noch im November - eingezogen. Das ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Ende Juli mit den Bauarbeiten begonnen wurde. Einige Kleinigkeiten rund ums Haus sind noch zu tun, aber das stört uns wenig. Heute haben wir die Schlüssel unserer alten Wohnung beim Vermieter abgegeben, sodass wir uns jetzt ausschliesslich auf unser neues Haus konzentrieren können. Viele Dinge sind noch zu tun: Vom Auspacken der Umzugskartons bis zum Kauf von Kleinigkeiten wie einer Garderobe oder eines Briefkastens sowie das Ummelden beim Einwohnermeldeamt. Aber hauptsächlich sind wir froh, dass wir endlich drin sind. Die Küche (siehe Foto) kam am Donnerstag (unserem Wunschtermin). Sie wurde von Zeller Küche und Handwerk - einem Oberurseler Unternehmen - geliefert und an einem Tag eingebaut. Vielen Dank Herr Zeller!
@ 23.11.2006 – 14:06:50
Gestern wurde die Treppe eingebaut. Die Maler sind noch drin, dürften aber heute fertig werden. Der Parkettleger hat heute angefangen. Die Hausanschlüsse wurden gestern gelegt. Wasser und Strom haben wir Anfang nächster Woche. Mei oh mei, nennen Sie mich verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt, aber wir werden am Mittwoch einziehen!
Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.